Bauschadensanierung Dach und Gewölbe 1103_001 - Gerüstarbeiten

Das denkmalgeschütze Gebäude ist der letzte erhaltene Teil der historischen Gebäudeanlage. Der "Marstall beim Welfenschlosse" wurde in den Jahren 1861-65 erbaut und bestand ursprünglich aus zwei parallel angeordneten Stallgebäude mit je zwei Stallabteilungen und Verbindungstrakten, gruppiert um einen quadratischen Hofraum. Nach Übernahme durch die Technische Hochschule Hannover 1913 wurden die Gebäudeteile in verschiedenen Nutzungsphasen weitestgehend abgerissen. Erhalten geblieben ist heute eine Stallabteilung mit dem Haupteingang. In den 80er Jahren fanden im Zuge der Nutzungsänderung von Lagerfläche für Maschinen zu Lesesaal für Patente- und Normen der Universitätsbibliothek umfassende Sanierungs- und Umbaumaßnahmen statt. Das Gebäude steht unweit des Welfenschlosses gegenüber der Hauptbibliothek der TIB. Rückwärtig reicht das Gebäude des Instituts für Technische Verbrennung bis auf 3,70m heran. im Westen befinden sich das Wilhelm-Grunwaldhaus, welches bis auf 6,50m heranreicht. Die Außenanlage ist größtenteils befestigt (Teer, Pflaster und wassergebundene Wegedecke). Ein ca. 50cm erhöhtes Grünbeet grenzt im Westen und Süden an. Auf der südlichen und westlichen Grünfläche befindet sich Bestandsbaum. Dieser wird für die Maßnahme fachgerecht zurückgeschnitten. Das Gebäude ist gut über die Nienburger Str. von der Autobahn aus zu erreichen. Die Maßnahme beinhaltet die Instandsetzung des letzten erhaltenen Seitenflügels des Marstallgebäudes aus dem Jahr 1867 aufgrund diverser Schäden an Deckengewölbe und Dach. Das Tonnengewölbe aus quadratischen Hohlkammerziegeln spannt mit minimaler Querwölbung zwischen Rundgurten aus Gussstahl. Das Gewölbe weist raumseitig Schäden an Steinen und Fugen auf. Steine und Mörtel sind lose und könnten in den als Lesesaal genutzten Raum herunterfallen. Als Schutzmaßnahme wurde vorrübergehend ein freistehendes Raumgerüst aufgestellt, dessen Belagfläche unter dem Gewölbe mit Vlies abgedeckt ist, um herabrieselndes Material aufzufangen. Bei der Ursachenforschung wurde außerdem Schimmel an diversen Hölzern im gesamten Dachstuhl festgestellt, sowie punktuell ein Feuchteschaden im Traufbereich. Teile der Dachsparren sind bereits neueren Datums und zeigen keinen Schimmelbefall. Teile der alten Dachbinder sind hingegen stark betroffen, so z.B. ein Binder im hinteren Drittel, über dem der Dachfirst bereits sichtbar abgesackt ist. Eine abschließende Beurteilung des Schadensumfangs ist erst möglich, wenn die auf dem Gewölbe befindliche KMF-haltige Dämmung fachgerecht entfernt wurde und der Hohlraum begangen werden kann. Derzeit ist der Zugang nur über einen Kriechgang möglich. Für die Maßnahmen müssen daher vorher die asbesthaltige Dachdeckung entfernt und das gesamte Dach geöffnet werden. Folgende Sanierungsmaßnahmen werden wie nachfolgend beschrieben durchgeführt: Ein Schutzdach wird über dem gesamten Gebäudeflügel errichtet. Um Eingriffe in die Ziegelfassaden des denkmalgeschützten Gebäudes zu minimieren wird das Arbeitsgerüst an möglichst wenigen Stellen nur in den Mörtelfugen verankert und die Fugen werden anschließend wieder verschlossen. Teilweise wird das Gerüst auch auf den Außenfensterbänken der Oberlichtfenster aufgelagert. Die asbesthaltige Dachdeckung wird auf allen Dächern des Seitenflügels fachgerecht abgetragen und entsorgt, anschließend wird die Dachfläche geöffnet. Die KMF-haltige Dämmung auf dem Gewölbe kann nun ebenfalls abgetragen und entsorgt werden. Nach Freilegung aller Hölzer und des Mörtelglattstrichs auf der Oberseite des Gewölbes kann eine finale Schadensbeurteilung durch die Gutachter (Holz/Gewölbe) erfolgen. Zurzeit gehen wir davon aus, dass eine Schimmelsanierung durch Abstrahlen der Holzoberflächen durchgeführt wird. Nur falls zwingend erforderlich werden die Dachbalken inkl. aller Verbindungen etc. originalgetreu ersetzt (z.B. im Bereich des Dachbinders unter dem abgesackten Firstbereich). Das Gewölbe weist diverse Arten von Schäden auf und ist unterschiedlichen zeitlichen Ursprungs. Die meisten Hohlkammersteine (und die Vollsteine in den Zwickeln) sind noch original, aber in zwei Feldern wurde bereits mit nur 2 cm starken quadratischen Ziegelplatten das Gewölbe nachgebildet. Dies ist gut erkennbar an den breiten Fugen und der abweichenden Steinfärbung. Eine Dokumentation über die Gründe für diese vergangene Sanierungsmaßnahme liegt leider nicht vor. Anhand der vorgenommen Materialkartierung und dem Abgleich mit der Thermografie werden verschiedene Gewölbesanierungsmaßnahmen vorgesehen. An einigen Stellen ist aufgrund der großen Schäden am Mörtel und der beeinträchtigten Tragfähigkeit der Steine eine Gewölberekonstruktion notwendig. Diese wird aus statischen Gründen voraussichtlich wieder mit Hohlkammerziegeln erfolgen (Gewichtsreduktion). Die Farbigkeit der neuen Steine wird im Detail mit der Denkmalpflege abgestimmt. Eine räumliche versetzte Bearbeitung einzelner kleinerer Stellen innerhalb eines Rippenbogens ist aus statischer Sicht möglich. Es muss nicht zwingend überall ein komplettes Leergerüst gebaut werden. Stellenweise können oberflächliche Schäden an den Steinen mittels Antragens ausgebessert werden. In den Kaltdachraum werden Lüftungsleitungen für eine neue Klimaanlage eingebaut. Durch die Klimatisierung soll langfristig der Substanzerhalt gesichert werden. Nach Beendigung der Arbeiten am Dachstuhl und am Gewölbe wird eine neue Mineralfaserdämmung auf der Gewölbeoberseite aufgebracht und das Dach wird mit neuen Schindeln in bogenschnittdeckung geschlossen. Bei der Farbe und der Verlegung wird sich an der ursprünglichen Dachdeckung orientiert. Die Detailabstimmung mit der Denkmalpflege erfolgt, wenn die beauftragte Firma Muster vorlegt. Um zukünftigen Feuchteschäden vorzubeugen werden außerdem Lüftungsöffnungen in der Dachhaut hergestellt. Die Holzfenster erhalten außerdem einen neuen Wetterschutzanstrich. Die genaue Farbe wird ebenfalls vor Ausführung mit der Denkmalpflege abgestimmt. Feuchteflecken in den verputzten Gewölben der Seitenschiffe werden malerseitig überarbeitet.
CPV-Code: 45262110
Abgabefrist: 17.03.2021
Typ: VOB/A
Status: Ausschreibung
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idate: 16. Februar 2021 08:49
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Quelle: https://vergabe.niedersachsen.de/Satellite/public/company/project/CXS0Y5XYYBM/de/announcements/770720/VVB+121+-+Bekanntmachung+Oeffentliche+Ausschreibung.pdf
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Prozedur: VOB/A
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Veröffentlichung: 16.02.2021
Erfüllungsort: Hannover - DE
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